Erfahrungsbericht über Cesar-3 aus Ungarn
Publiziert: Donnerstag, 25.07.2019
Was macht man, wenn man im Büro ein paar ruhige Minuten hat? Man surft gelegentlich im Internet. Durch puren Zufall habe ich beim surfen irgendwo das Schlagwort „die Vergessenen“ gelesen und hab mich gefragt, was da denn wohl vergessen wurde. Aha! Hunde! Natürlich scrollt man dann durch und da war es – das Foto von Cesar, 10 Jahre alt.
Das Thema Hund war schon ein zwei Mal im Gespräch, aber wirklich gesucht haben wir nicht. Doch sobald ich dieses Foto gesehen haben, war für mich klar, dass es eben genau derjenige sein muss und kein anderer. Da aber kein hundetaugliches Auto vorhanden war, habe ich zwar die Info an Matthias weitergeleitet (bis zum damaligen Zeitpunkt ÖV-Fahrer) mit dem Vermerk „den oder keinen“ habe aber an diesem Tag nicht weiter nachgehackt. Ein paar Tage später hat Mann einen Kombi gekauft und gemeint, dass wir jetzt parat seien für einen Hund.
Am 27.02.2019 durften wir Cesar dann endlich abholen. Es war ein wahnsinnig bewegender Moment für uns. Anfänglich lief es super, dann kamen ein paar Wochen mit Höhen und Tiefen. Einen Hund aufzunehmen, von dem man nichts weiss und schon ein gewisses Alter hat, ist eine grosse Herausforderung. Zugegeben, es war teilweise nicht leicht, einen Hund zu haben, der plötzlich nicht mehr aus dem Haus will, draussen vor allem Angst hat und kaum Interesse am Menschen zeigt. Aber… wenn man diesen Tieren eine Chance gibt und Zeit, Geduld und viel Verständnis investiert, werden die Veränderungen sicht- und spürbar. In den 5 Monaten, in denen Cesar nun bei uns ist, hat sich aus dem „verschupften“ grossen Schäferhund ein agiler und interessierter Senior entwickelt, dem man die neue Lebensfreude förmlich ansieht.
Wir möchten mit unserem Bericht allen Mut machen, die sich überlegen einen Senior zu sich zu nehmen. Natürlich werden wir diese Hunde nicht lange auf ihrem Lebensweg begleiten, aber für die Hunde ist jeder Tag, den sie ausserhalb des Tierheims in einem geborgenen Zuhause verbringen können, ein guter Tag. Und wir können nur sagen – für uns gibt es keinen besseren Hund.
Matthias und Marion
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