Erfahrungsbericht über Duke-2 aus Ungarn
Publiziert: Mittwoch, 25.09.2019
Ich suchte nach dem Ablegen meiner geliebten Allegria wieder einen weissen, hellen Hund. Weiblich und mind. 40 cm gross. Doch am 22. August nahm ich von Herzen Duke in meine Arme. Schwarz, männlich und nur 35 cm gross. Eine Entscheidung die ich nie bereuen werde, denn Duke ist wunderbar!
Die ersten Tage bei mir waren für Duke anspruchsvoll. Vieles ängstigte ihn, im Haus und auch draussen. Vor lauter Unsicherheit frass und trank er nicht. Zu Hause bekam Duke absolute Ruhe. Mich zu ihm hinlegen brachte viel. Immer wieder umarmen, leise zu ihm sprechen, seinen Kopf in meinen Händen halten, sanft massieren. Langsam konnte er etwas entspannen. Langsam entspannte er auch draussen und gewann an Vertrauen, lernte die Umgebung kennen.
Ab dem 2. Tag war die Treppe zur Wohnung kein Thema mehr. Er wusste nun, dass hier keine Gefahr droht. Sorgen machte ich mir, weil er nicht kotete. Er fing an, mir kleine Mengen aus der Hand zu fressen. Er nahm das Futter sehr vorsichtig. Danach erschöpftes Schlafen im Körbchen.
Am 3. Tag entdeckte ich eine Geschwulst am Hals, ca. 6 cm im Umkreis verkrustet. Ein sofortiger TA-Besuch ergab, dass es sich um eine ältere Bisswunde handeln könnte. Die Krusten wurden entfernt. Die Geschwulst würde eventuell bleiben meinte der TA, da vernarbt. So musste Duke nach so kurzer Zeit schon zum TA. Er war ängstlich, aber ruhig und liess die Prozedur über sich ergehen.
Aber er kotete weiterhin nicht. So wurde der 3. TA-Besuch organisiert. Dort wurden 2 Röntgenbilder gemacht vom Magen und Bauch. Grosser Bluttest. Fieber messen, das ganze Programm. Auch um eine eventuelle Entzündung auszuschliessen, wurde bei Duke doch kurz vor der Abreise aus Ungarn noch ein Nabelbruch operiert. Diagnose: Mein Duke ist kerngesund!!! Nur der Darm verstopft und viel Luft im Bauch. Mittels Einlauf ergab sich dann endlich die Erleichterung. Duke musste koten, konnte Luft lassen und von da an ging es nur noch bergauf! Ich bin so stolz auf Duke. Er hat alles so ruhig über sich ergehen lassen.
Mit der Gewissheit dass Duke gesund ist, erweiterte ich die Spaziergänge und kurbelte die Verdauung und den Appetit an. Die Verdauung und das Koten hat sich eingependelt, aber sein Fressverhalten noch nicht. Noch oft senkt er den Kopf, schaut mich fragend an, kratzt sich verlegen am ganzen Körper und nimmt nichts aus dem Napf. Erst wenn ich bewusst weggehe in einen anderen Raum, schnappt er sich etwas. Oder ich höre ihn in der Nacht schmatzen und sein Nachtessen verschlingen. Oder ich muss lange und ruhig streichelnd neben ihm sitzen bis er an den Napf geht und frisst. (Dieser Bereich braucht noch Zeit. Er wird eines Tages verstehen, dass er am Morgen und am Abend seine Portion bekommt und die ganz alleine für ihn ist. Ich bleibe dran)
Nach den 3 TA-Besuchen geschahen wahre Wunder. Duke wollte laufen, laufen, laufen und entdecken. Schwanz oben, freudig wedelnd, pinkelt und schnüffelt er auf unseren Wanderungen in den Wiesen und Wäldern herum. Seine grösste Freude sind andere Hunde. Ohne Ausnahme mag er jeden Hund.
Duke hatte noch 2 Phasen mit loslassen. In der zweiten Woche bellte er nachts und winselte kurz. Sofortiges Licht machen, ihn umarmen, leise mit ihm sprechen, brachten ihm Sicherheit und halfen ihm, seine schlechten Träume zu verbannen. Es kam nie wieder vor.
Danach kam die kurze Phase mit dem kratzen. Er kratzte sich am ganzen Körper. Fast ständig. Oft auch unterwegs. Immer und immer wieder. Er hatte keine Flöhe, also war seine Seele noch nicht im Einklang. Ich machte mit ihm nochmals 3 Intensivtage. Nur er und ich. Zusammen tagsüber auf dem Sofa schlafen. Reden beim Wandern. Immer wieder loben, umarmen, küssen, massieren, streicheln. Duke blühte so auf, dass es an ein Wunder grenzt!
Danach lernte er meine Familie und Kolleginnen mit Hunden kennen. Zwischenzeitlich hat er 4 dicke Hundefreunde mit denen wir regelmässig zusammen wandern. Duke lief und läuft immer wieder freiwillig neben mir und schaut mich glücklich mit dem Schwanz wedelnd an. Er hat guten Abruf, kommt sofort wenn ich rufe. Mit Kühen, Pferden, Joggern, Velos usw. hat er kein Problem, wenn er die Gefahr sieht. Wenn ein Geräusch unerwartet von hinten kommt, duckt er sich immer noch ängstlich.
Duke ist noch nicht über dem Berg. Er wird wohl sein Leben lang viel Lob, Liebe, Wärme und Streicheleinheiten brauchen um sicher zu sein. Er steigt noch immer nicht gerne in die Boxe ins Auto.
Duke braucht viel Sicherheit, Anerkennung, Lob und Liebe. Andere Hunde und viel Bewegung. Von kleinen Schritten ist keine Rede mehr. Er will loslegen, ausziehen, traben. Von pummelig keine Rede mehr. Er hat an Gewicht verloren und man sieht seine Taille. Von ängstlich in der Natur keine Rede mehr. Er trabt freudig und interessiert herum. Er ist klug, lernfähig, macht Sitz für ein Gudi, flitzt hoch wenn ich mit der Leine komme. Er riecht jetzt gut. Sein Fell ist weich und glänzt. Er liebt und braucht Ruhephasen mit schlafen und sich zurückziehen.
Zum Schluss noch Lustiges...
Duke ist geräuschvoll. Er schnarcht laut. Er grunzt wenn er seine Pipi‘s zuscharrt. Er knurrt wenn er sich im Gras wälzt. Er hält den Kopf schief wenn ich mit ihm rede und er nicht versteht was ich meine. Wenn er das Gefühl hat wir sollten wieder mal raus, streckt er sich, kommt grunzend auf mich zu, setzt sich vor mich hin und schaut mich mit seinen wunderschönen Augen an.
Das Erstemal alleine in der Boxe lassend, hat er es geschafft mit den Krallen den Reissverschluss runter zu schaben und auszubüxen. Er riss mir das Navigationsgerät an der Frontscheibe herunter und drückte mit der Pfote die Warnblinkanlage in Betrieb. Das alles in 30 Minuten. Als ich zum Auto zurück kam, lag er unschuldig in der Boxe!
Ich habe Duke meiner Vor- und Nachkontrolleurin Frau Elisabeth Mc Dermott zu verdanken. Sie lernte ihn in Ungarn persönlich kennen und hat von ihm berichtet. Ich bin ihr unendlich dankbar dafür. Duke passt zu mir und ich zu ihm. Er ist ein Geschenk. Ich freue mich auf noch viele gute Jahre mit ihm. Danke auch an AH für euer Vertrauen.
Iris Walder
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