Erfahrungsbericht von Amador aus Ungarn

.03.2022

Amador und ich hatten das Glück, dass wir uns bereits vor dem Entscheid, dass er zu mir kommen darf - ich war nicht die einzige Interessentin - bereits beschnuppern konnten. Schon nach wenigen Minuten hatten wir eine Bindung aufgebaut und die Nervosität von uns beiden legte sich sehr schnell. Der Abschied nach ca. 2 Stunden fiel mir bereits sehr schwer. 

Als dann die frohe Botschaft von Animal-Happyend kam, dass Amador bei mir sein zu Hause findet, war das einer meiner schönsten Momente.
 

Nun denn, zurück zu Amador. Als er das erste Mal bei mir die Tür reinstolperte und vorsichtig aber sehr neugierig - so das Naturell von Amador - sein zu Hause erkundigte, entdeckte er sehr schnell einer seiner Lieblingsplätze: das Sofa. Als ich dann später, oder tags darauf, den Fernseher - fürs gemeinsame kuscheln auf dem Sofa (auch ein Naturell Amadors: verschmust bis über beide Ohren) - das erste Mal einschaltete, war Amador komplett überfordert. Von davonrennen zu neugierig schauen über winseln und anbellen erlebten wir innerhalb einer Minute alles. Dies als gut gemeinter Rat für künftige Hundeadoptiveltern: Fernseher zu Beginn auf stumm schalten, die sich bewegenden Bilder sind genügend Reize für einen Hund, der das nicht kennt. Von Tag zu Tag steigerten wir etwas an Zeit und Lautstärke. Heute sind die gemeinsamen Stunden auf dem Sofa kuschelnd, schlafend und schmusend mitunter die schönsten. 

Thema stubenreinheit: bei Amador dauerte es gute zwei Wochen bis Pipi klar draussen und nicht drinnen gemacht wird. Beim grossen Geschäft noch etwas länger. Die Lösung für Amador war, ihn mit Gudeli und „gut gemacht Amador“ Worten zu belohnen. Noch heute kriegt er ein Leckerli, wenn er an der Leine ist und gross macht - dies aber mehr, damit er nicht davon rennt und mich nicht umreisst (er ist in der Zwischenzeit ein Kraftpacket) während ich den Kot zusammenlese. 

Zu Beginn war Amador, aufgrund seines zwar verheilten Beinbruchs und dem Heimaufenthalt, noch etwas konditionslos - wir gingen mehrere Male am Tag nicht allzu lange Spazieren (max. 45min). Dies konnten wir aber sehr schnell steigern. Dank intensiver Bindungsarbeit mit viel Spielen und Zeitverbringen, viel Training an der Schleppleine und der sehr schnellen Auffassungsgabe Amadors konnte ich ihn sehr schnell im Wald frei lassen. Heute kriege ich ihn fast nicht mehr k.o., wir lieben lange Spaziergänge und haben unsere Rituale mit Fressen, Gassigehen und Spielen (zusammen Tauziehen: für Amador das schönste und mindestens 2x am Tag ein muss). Neuerdings hat Amador das Spiel mit Stöcken draussen lieben gelernt - dies hilft seiner Nase nicht nach Kot von anderen Tieren oder Menschen zu suchen.

Amador ist aber ein Sturkopf (passt sehr zu mir, denn ich bin es auch) und probiert sehr gerne Grenzen aus. Auch beim rügen oder konsequent sein, muss Amador das Gefühl vermittelt bekommen, dass alles gut ist und ich nur das Beste für ihn will - er ist sehr sensibel, was auch mir sehr entspricht. Kurz wütend sein im Sinne: „das war jetzt zu viel des Guten“ und ihm pfui sagen, ist absolut kein Problem, aber dann sofort wieder ein positives Erlebnis machen und Loben ist quasi ein muss. So kommen wir sehr gut auch mit diesem Charakterzug von Amador zurecht - meine Samtnase und ich. 

An neuen Orten, ausserhalb seines Reviers, ist Amador nach wie vor etwas unsicher, vergisst was beifuss bedeutet und sucht den schnellsten Weg zurück zu bekannten Gebieten (ausser wenn wir in einem neuen Wald sind, da ist er sehr schnell sehr heimisch), oder das Auto. Daran sind wir am arbeiten und ich versuche ihm die Sicherheit zu geben, die er benötigt. Das kommt auch noch, denn als seine Rudelführerin hat er mich akzeptiert. 

Zum Schlafverhalten stellte ich bereits im der ersten Nacht fest, das Amador Nähe braucht. Ich glaube, das liegt an seinem früheren Leben auf der Strasse. Seither habe ich - ich wollte ihn usprünglich nicht im Bett haben - fast keinen Platz mehr auf dem Bett (wenn ich ich mich wegdrehe kuschelt Amador sofort nach).  Und: ich schlafe sehr viel besser. 

Das Reisescreening sollte unbedingt gemacht werden. Leider hatte Amador einen positiven Befund, was dank zwei Spritzen zum Glück alles schlimmere verhinderte. 

An dieser Stelle möchte ich noch meinen tiefen Dank an meine Mutter und ihren Partner aussprechen. Ohne sie könnte ich nicht guten Gewissens zwei Mal die Woche im Büro arbeiten. 

Fazit: dem Hund das geben was er braucht. Ignorieren, wenn er nur „Seich“ im Kopf hat, belohnen wenn er etwas richtig macht, ihm die Distanz oder die Nähe geben, die er benötigt. Sanft, gutmütig, mitfühlend und nicht nachtragend sein sind für das Leben mit Amador das A und O. 

 

Wir hoffen, dass Ihnen dieser Bericht etwas freude beim Lesen bereitet hat und Ihren Zwecken dient.
 

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