Neues Vorstandsmitglied
Publiziert: Donnerstag, 26.06.2025 (Kommentare: 0)
Ornella Pineroli
Vorstandsmitglied, Administration Ungarn
Im Sommer 2012 begann die Zusammenarbeit zwischen animal-happyend und dem Tierheim (Menhely) in Kecskemét – und mit ihr meine persönliche Reise im Tierschutz. Auch wenn ich in den Jahren vorher schon immer herrenlose Hunde und Katzen aufnahm, sie medizinisch versorgen liess und neue Familien für sie suchte, neu war nun: Ich hatte gleichgesinnte Menschen an meiner Seite. Seitdem ist viel passiert: Aus einem Ehrenamt wurde eine Herzensaufgabe, die einen grossen Teil meines Lebens ausmacht.
Gemeinsam konnten wir schon viel bewegen – unzählige Hunde haben durch uns ein liebevolles Zuhause gefunden. Aus unerwünschten Vierbeinern wurden geliebte Familienmitglieder. Solche Happy Ends geben Kraft, sich weiter zu engagieren – auch wenn es oft schwerfällt, und man manchmal an den Schicksalen der Tiere verzweifelt.
Doch nicht nur die Tiere, auch der Umgang mancher Menschen kann entmutigen. Es ist leider nicht immer eitel Sonnenschein. Die „Amazon-Mentalität“ – wenn es nicht passt, wird es eben zurückgeschickt – breitet sich zunehmend auch im Tierschutz aus. Das macht unsere Arbeit nicht einfacher. Trotzdem machen wir weiter. Für die Hunde. Denn sie brauchen uns.
Tiere begleiten mich, seit ich denken kann.
Ich liebe sie, weil sie ehrlich sind, bedingungslos lieben und unsere Hilfe verdienen – jedes einzelne Tier. Oft kam ich zu spät in die Schule, wenn ich an Regentagen auf dem Schulweg Regenwürmer und Schnecken von der Strasse rettete, etwas, was ich übrigens auch heute noch mache. Mein Herz schlägt besonders für die Vierbeiner im Tierheim von Kecskemét – ich wünsche allen das beste Zuhause, denn kein Tier hat es verdient, im Tierheim zu sterben. Doch besonders haben es mir die alten, handicapierten und die unscheinbaren Hunde angetan. Ich konnte schon einige Notfälle aus dem Menhely bei mir aufnehmen, manchmal nur vorübergehend, bis sie ihr endgültiges Zuhause gefunden haben, andere blieben für immer. Entweder, weil sie nicht mehr vermittelbar waren oder weil ein Transport für sie zu belastend gewesen wäre. Es erfüllt mich jedes Mal mit Wärme und Liebe, einen frisch angekommenen Hund bei mir zu Hause zu beobachten: wie er zum ersten Mal in einem weichen Körbchen schläft, die Stille geniesst und schliesslich tief und entspannt einschläft – als würde all die Last plötzlich von ihm abfallen. Zu sehen, wie er aufblüht, seine Lebensfreude zurückkehrt, wie er den Garten erkundet, endlich zur Ruhe kommt und einem seine Liebe und sein Vertrauen schenkt – das sind die Momente, welche mich tragen.
Für die Zukunft wünsche ich mir…
…dass wir gemeinsam noch vielen Tieren helfen können. Dass mehr Menschen Empathie, Verständnis und Geduld für Tiere entwickeln. Und dass Tierschutz eines Tages gar nicht mehr nötig ist – ein grosser Wunsch, ich weiss. Aber einer, für den es sich lohnt, weiterzukämpfen, Tag für Tag.
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